VMware ESXi and vSphere Cluster Management

fdisk: Festplatten und Partitionstabellen unter Linux verwalten

Lerne fdisk sicher kennen: Datenträger prüfen, Partitionstabellen lesen und Partitionen unter Linux erstellen, löschen und ändern.

Was ist fdisk?

fdisk ist ein interaktives Kommandozeilenwerkzeug zur Anzeige und Bearbeitung von Partitionstabellen unter Linux. Eine Partitionstabelle beschreibt, an welchen Sektoren eines Datenträgers Partitionen beginnen und enden und welchen Typ sie haben.

Mit fdisk kannst du Partitionen anzeigen, anlegen, löschen, ihren Partitionstyp ändern und Informationen zum Partitionsschema prüfen. fdisk erstellt jedoch kein Dateisystem und hängt Partitionen nicht automatisch ein.

Die wichtigsten Begriffe

BegriffBedeutung
DatenträgerPhysisches oder virtuelles Speichergerät, zum Beispiel eine SSD, HDD, SD-Karte oder virtuelle Festplatte.
PartitionLogisch abgegrenzter Bereich eines Datenträgers.
PartitionstabelleMetadatenstruktur mit Position, Größe und Typ der Partitionen.
DateisystemStruktur zur Organisation von Dateien, etwa ext4, XFS oder FAT32.
MountpointVerzeichnis, unter dem ein Dateisystem im Linux-Verzeichnisbaum eingebunden wird.
VolumeEin nutzbarer Speicherbereich; er kann beispielsweise eine Partition, ein logisches Volume oder ein RAID-Gerät sein.

Die typische Beziehung lautet: Datenträger enthält eine Partitionstabelle, diese beschreibt Partitionen, auf denen Dateisysteme liegen. Ein Dateisystem wird anschließend unter einem Mountpoint eingebunden.

Voraussetzungen und Sicherheitsmaßnahmen

Für die Bearbeitung von Partitionstabellen benötigst du Root-Rechte. Üblicherweise wird fdisk mit sudo gestartet.

  • Arbeite möglichst mit einem nicht produktiven Testdatenträger.
  • Ändere keine Partitionen, die eingehängt, als Swap aktiv oder anderweitig in Verwendung sind.
  • Prüfe vor jedem Befehl, ob du den vollständigen Datenträger und nicht eine Partition ausgewählt hast.
  • Sieh dir Änderungen innerhalb von fdisk mit p an.
  • Erst w übernimmt Änderungen dauerhaft; mit q kannst du sie verwerfen.
  • Systemdatenträger bearbeitest du am sichersten aus einem Live-System heraus, wenn das installierte System selbst darauf läuft.

Datenträger und Gerätenamen erkennen

Linux stellt Datenträger als Gerätedateien unter /dev bereit. Häufige Namen sind:

DatenträgertypDatenträgerbeispielPartitionsbeispielBesonderheit
SATA, SCSI oder USB/dev/sda/dev/sda1Partitionen erhalten meist direkt eine Zahl.
NVMe/dev/nvme0n1/dev/nvme0n1p1Das p trennt den Datenträgernamen von der Partitionsnummer.
eMMC oder SD-Karte/dev/mmcblk0/dev/mmcblk0p1Auch hier wird meist ein p vor der Nummer verwendet.
Virtueller Datenträger/dev/vda/dev/vda1Typisch bei virtuellen Maschinen mit VirtIO.

Beginne die Untersuchung mit:

lsblk -f

Die Ausgabe zeigt Gerätenamen, Größen, Dateisysteme, UUIDs und Einhängepunkte. Ergänzend sind Modell und Transportweg hilfreich:

lsblk -o NAME,SIZE,MODEL,TRAN,FSTYPE,UUID,MOUNTPOINTS

Unterscheide immer zwischen dem vollständigen Datenträger, etwa /dev/sda, und einer darauf liegenden Partition, etwa /dev/sda1. Für die Partitionstabellenbearbeitung ist der vollständige Datenträger das Ziel.

fdisk starten und Hilfe verwenden

Eine Partitionstabelle kannst du zunächst nur lesend anzeigen:

sudo fdisk -l /dev/sdX

Ersetze /dev/sdX durch den eindeutig identifizierten vollständigen Datenträger. Für eine interaktive Sitzung verwendest du:

sudo fdisk /dev/sdX

Der Prompt von fdisk zeigt, dass Eingaben nun als fdisk-Befehle interpretiert werden. Mit m rufst du die integrierte Hilfe auf. Eine Sitzung beginnt sinnvollerweise mit p, um die aktuelle Tabelle zu prüfen.

BefehlFunktionRisiko oder Hinweis
mHilfe anzeigenLesender Befehl.
pPartitionstabelle anzeigenLesender Befehl; vor und nach Änderungen verwenden.
nNeue Partition anlegenÄnderung zunächst nur im Arbeitsspeicher von fdisk.
dPartitionstabelleneintrag löschenEntfernt den Eintrag, löscht aber nicht sicher die Daten.
tPartitionstyp ändernErzeugt oder konvertiert kein Dateisystem.
lVerfügbare Partitionstypen auflistenDie Darstellung hängt vom Partitionsschema ab.
qBeenden ohne SpeichernVerwirft ungeschriebene Änderungen.
wPartitionstabelle schreiben und beendenKritischer, potenziell zerstörerischer Schritt.

Vorhandene Partitionstabelle lesen

Innerhalb einer interaktiven Sitzung zeigt p die Tabelle:

Command (m for help): p

Achte auf die Angabe des Partitionsschemas, meist MBR/DOS oder GPT. In der Partitionsliste bedeuten die Spalten typischerweise:

  • Device: Gerätedatei der Partition.
  • Start: erster Sektor der Partition.
  • End: letzter Sektor.
  • Sectors: Anzahl der enthaltenen Sektoren.
  • Size: berechnete Größe.
  • Type: Kennzeichnung des vorgesehenen Verwendungszwecks.
  • Boot: mögliche Boot-Markierung, vor allem im MBR-Kontext.

Freier Platz erscheint je nach fdisk-Version als Hinweis oder daran, dass zwischen den Partitionsgrenzen Lücken bestehen. Prüfe, ob Start- und Endsektoren sinnvoll sind und sich Partitionen nicht überschneiden.

MBR und GPT

MerkmalMBR/DOSGPT
Typische VerwendungÄltere Systeme und Kompatibilität mit älterer Firmware.Moderne Rechner und aktuelle Betriebssysteme.
PartitionsmodellBis zu vier primäre Partitionen oder eine erweiterte Partition mit logischen Partitionen.Viele direkt verwaltete Partitionen ohne erweiterten Container.
GrößenunterstützungStärker durch historische Grenzen eingeschränkt.Für sehr große Datenträger ausgelegt.
UEFI-EignungNicht die übliche Wahl für neue UEFI-Installationen.Typischerweise die passende Wahl für UEFI-Systeme.
Empfehlung für neue InstallationenNur bei konkreten Kompatibilitätsanforderungen.In der Regel GPT.

Bei MBR unterscheidet fdisk zwischen primären, erweiterten und logischen Partitionen. Eine erweiterte Partition ist ein Container für logische Partitionen. GPT benötigt dieses Modell nicht. Das Erstellen oder Umwandeln einer Partitionstabelle kann vorhandene Daten betreffen und sollte nur nach einer Sicherung erfolgen.

Neue Partition erstellen

Das folgende Beispiel setzt einen leeren, eindeutig identifizierten Testdatenträger voraus. Starte fdisk und prüfe zunächst die Tabelle:

sudo fdisk /dev/sdX
Command (m for help): p

Mit n startest du den Dialog zum Anlegen:

Command (m for help): n
  1. Wähle bei MBR gegebenenfalls primär, erweitert oder logisch.
  2. Bestätige oder wähle die Partitionsnummer.
  3. Übernimm den vorgeschlagenen Startsektor, sofern keine spezielle Aufteilung erforderlich ist.
  4. Gib den Endsektor oder eine Größe wie +10GiB an.
  5. Verwende sinnvolle Standardwerte für die Ausrichtung. Moderne fdisk-Versionen schlagen normalerweise passende, ausgerichtete Sektoren vor.

Die Eingabe +10GiB reserviert ungefähr zehn Gibibyte ab dem gewählten Startpunkt. Nach dem Dialog ist die Änderung noch nicht dauerhaft geschrieben. Kontrolliere sie:

Command (m for help): p

Prüfe Partitionsnummer, Start, Ende, Größe und Typ. Nur wenn alles stimmt, speicherst du mit:

Command (m for help): w

Partition löschen

d entfernt einen Partitionstabelleneintrag. fdisk fragt bei mehreren Partitionen nach der Nummer:

Command (m for help): d

Wähle die Nummer nur nach einer erneuten Kontrolle mit p. Das Löschen des Eintrags ist nicht dasselbe wie ein sicheres Löschen der Daten. Die bisherigen Daten können physisch weiterhin auf dem Datenträger liegen, sind aber ohne passenden Partitionseintrag möglicherweise nicht mehr normal erreichbar.

Kontrolliere die Tabelle erneut mit p. Wenn du die Änderung nicht behalten willst, verwende q. Mit w wird sie dauerhaft übernommen.

Partitionstyp ändern

Mit t weist du einer Partition einen anderen Partitionstyp zu. Mit l listest du die in deiner fdisk-Version verfügbaren Typen:

Command (m for help): t
Command (m for help): l
TypTypische KennzeichnungEinsatzErforderlicher Folgeschritt
Linux-DateisystemLinux filesystemPartition für ein Linux-Dateisystem.Dateisystem separat mit einem passenden mkfs-Werkzeug erstellen.
Linux SwapLinux swapAuslagerungsbereich für die Speicherverwaltung.Mit mkswap initialisieren und mit swapon aktivieren.
EFI-SystempartitionEFI SystemFAT-basierte Bootpartition für UEFI.Nur im passenden Bootkonzept verwenden und separat mit FAT formatieren.
FAT-basierte AustauschpartitionMicrosoft basic data oder vergleichbarer TypAustausch mit Windows oder anderen Systemen.Passendes FAT-Dateisystem separat erstellen.

Ein Partitionstyp ist nur eine Kennzeichnung für Firmware und Betriebssystemwerkzeuge. Er erzeugt kein Dateisystem und konvertiert kein vorhandenes Dateisystem.

Änderungen verwerfen oder schreiben

Bis zum Schreibbefehl arbeitet fdisk mit einer noch nicht dauerhaft übernommenen Version der Tabelle. Mit q beendest du die Sitzung ohne Speichern:

Command (m for help): q

Mit w schreibt fdisk die neue Partitionstabelle und beendet sich:

Command (m for help): w

Nach dem Schreiben versucht der Kernel, die neue Partitionstabelle einzulesen. Ist der Datenträger noch eingehängt oder wird er von Swap, LVM, RAID oder einem Dienst verwendet, kann diese Aktualisierung fehlschlagen oder eine Warnung erscheinen. Hänge nicht benötigte Dateisysteme aus, deaktiviere verwendeten Swap kontrolliert und beende abhängige Dienste. Bei einem aktiven Systemdatenträger ist oft ein Neustart oder ein Start von einem Live-System erforderlich.

Schritte nach dem Partitionieren

Dateisystem für eine Datenpartition erstellen

Eine neu angelegte Partition enthält noch kein nutzbares Dateisystem. Für ext4 lautet ein Beispiel:

sudo mkfs.ext4 /dev/sdX1

Dieser Befehl überschreibt vorhandene Dateisystemmetadaten auf dem angegebenen Ziel. Verwende ihn nur auf der richtigen, neu angelegten Partition.

Partition einhängen

sudo mkdir -p /mnt/daten
sudo mount /dev/sdX1 /mnt/daten
df -h /mnt/daten

Der Mountpoint /mnt/daten ist nur ein Beispiel. Mit df prüfst du, ob das Dateisystem tatsächlich eingebunden ist.

Dauerhafte Einbindung mit UUID

Ermittle zunächst die UUID:

sudo blkid /dev/sdX1

Trage anschließend eine Zeile in /etc/fstab ein:

UUID=<uuid> /mnt/daten ext4 defaults 0 2

Die UUID ist stabiler als ein Gerätename wie /dev/sda1, der sich durch zusätzliche Datenträger ändern kann. Teste die Datei vor einem Neustart:

sudo mount -a

Swap einrichten

Wenn eine Partition als Linux Swap gekennzeichnet wurde, muss sie zusätzlich initialisiert und aktiviert werden:

sudo mkswap /dev/sdX2
sudo swapon /dev/sdX2
swapon --show

Für eine dauerhafte Aktivierung ermittelst du die UUID mit blkid und ergänzt einen passenden Swap-Eintrag in /etc/fstab, beispielsweise:

UUID=<uuid> none swap sw 0 0

Zum Abschluss sind diese Prüfungen nützlich:

lsblk -f
sudo blkid
df -h

Typische Praxisabläufe

Partitionstabelle nur anzeigen

  1. Identifiziere das Gerät mit lsblk -f.
  2. Starte sudo fdisk /dev/sdX mit dem vollständigen Datenträger.
  3. Zeige mit p die Tabelle an.
  4. Beende mit q, damit nichts geschrieben wird.

Neue Datenpartition auf einem Testdatenträger

  1. Wähle ausschließlich einen leeren oder entbehrlichen Testdatenträger.
  2. Starte fdisk und prüfe mit p das Gerät.
  3. Lege mit n eine Partition an und verwende beispielsweise +10GiB.
  4. Kontrolliere Nummer, Größe und Typ erneut mit p.
  5. Schreibe erst jetzt mit w.
  6. Erstelle mit mkfs.ext4 ein Dateisystem und hänge es ein.

Falsch angelegte Partition vor dem Speichern entfernen

  1. Ermittle die Partitionsnummer mit p.
  2. Entferne den Eintrag mit d.
  3. Prüfe das Ergebnis erneut mit p.
  4. Verwende q, wenn alle nicht gespeicherten Änderungen verworfen werden sollen, oder w, wenn nur die geprüften Änderungen erhalten bleiben sollen.

Fehlerbehebung

Die Partitionstabelle kann nicht neu eingelesen werden

Häufig ist eine Partition noch eingehängt, als Swap aktiv oder durch LVM, RAID oder einen laufenden Dienst in Verwendung. Prüfe mit:

lsblk
findmnt
swapon --show

Hänge nicht benötigte Dateisysteme aus und deaktiviere Swap nur, wenn dies sicher möglich ist. Bei einem Systemdatenträger hilft ein Live-System oder ein Neustart.

Der falsche Datenträger wurde ausgewählt

Solange noch kein w ausgeführt wurde, beendet q die Sitzung ohne diese Änderungen. Prüfe Modell, Größe, Transportweg und Mountpoints erneut mit lsblk. Führe bis zur eindeutigen Identifikation keinen schreibenden Befehl aus.

Die neue Partition erscheint nicht

Mögliche Ursachen sind ein versehentliches q, ein noch nicht aktualisierter Kernel oder die Betrachtung des falschen Geräts. Prüfe den Datenträger mit sudo fdisk -l /dev/sdX und stelle sicher, dass die Änderung mit w geschrieben wurde. Bei belegten Geräten kann ein Neustart erforderlich sein.

Die Partition lässt sich nicht einhängen

Prüfe mit lsblk -f, ob ein Dateisystem vorhanden ist und ob der Partitionsname stimmt. Falls die Partition neu und leer ist, muss zunächst ein Dateisystem erstellt werden. Außerdem muss der Mountpoint existieren:

sudo mkdir -p /mnt/daten
sudo mount /dev/sdX1 /mnt/daten

Der erwartete Partitionstyp fehlt

Typnamen und Kennungen unterscheiden sich je nach MBR oder GPT und nach fdisk-Version. Zeige mit l die verfügbaren Typen an. Verwechsle den Partitionstyp nicht mit dem Dateisystem und richte das Dateisystem oder Swap anschließend separat ein.

Alternativen zu fdisk

WerkzeugGeeignet für
partedSkriptfähige Abläufe und GPT-orientierte Arbeit.
gdiskGPT-spezifische Partitionierung.
cfdiskMenüorientierte Bedienung im Terminal.
GPartedGrafische Darstellung und visuelle Bearbeitung.

Wähle das Werkzeug nach Aufgabe und Umgebung: fdisk eignet sich für interaktive Arbeit an lokalen Datenträgern und unterstützt MBR sowie GPT; parted ist praktisch für Automatisierung; gdisk fokussiert GPT; cfdisk bietet eine übersichtlichere Terminaloberfläche; GParted ist hilfreich, wenn eine grafische Darstellung der Partitionsgrenzen benötigt wird.

Prüfungsrelevante Merksätze

  • fdisk bearbeitet Partitionstabellen, formatiert aber keine Dateisysteme.
  • Für die Tabellenbearbeitung wird der vollständige Datenträger wie /dev/sda verwendet, nicht nur /dev/sda1.
  • p prüft, q verwirft und w schreibt.
  • Das Löschen eines Partitionseintrags ist kein sicheres Löschen der Daten.
  • Ein Partitionstyp erzeugt kein Dateisystem und aktiviert keinen Swap.
  • GPT ist für neue, große und UEFI-basierte Systeme meist die passende Wahl.
  • Vor Änderungen: sichern, Zielgerät identifizieren und aktive Nutzung prüfen.

Weitere Informationen und den vollständigen Einstieg findest du unter fdisk unter Linux.