VMware ESXi and vSphere Cluster Management

whois unter Linux: Domain-Registrierungsdaten abfragen

Lerne, whois unter Linux zu installieren und Domain-, IP-, Registrar-, Nameserver- und Statusdaten sicher auszuwerten. Mit Optionen, Beispielen, RDAP-Vergleich und Troubleshooting.

whois ist ein Kommandozeilenprogramm, mit dem du öffentlich bereitgestellte Registrierungs- und Zuteilungsdaten zu Domains, IP-Adressen und Netzbereichen abfragen kannst. Dieses Kapitel zeigt die Installation, typische Befehle, wichtige Ausgabe­felder, Optionen, Grenzen und den Vergleich mit DNS und RDAP.

Was ist WHOIS?

WHOIS bezeichnet sowohl ein Protokoll als auch Werkzeuge zur Abfrage von Registrierungsdaten. Der Linux-Befehl whois ist ein Client: Er verbindet sich mit einem WHOIS-Server und gibt dessen meist textbasierte Antwort im Terminal aus.

Bei einer Domainabfrage können die Daten von einer Registry, einem Registrar oder einem zuständigen WHOIS-Server stammen. Eine Registry verwaltet die Daten einer Top-Level-Domain (TLD) wie .de, .com oder .org. Ein Registrar ist das Unternehmen, über das eine Domain registriert und verwaltet wird.

Domainregistrierung, DNS und Webhosting unterscheiden

Diese drei Bereiche hängen zusammen, beantworten aber unterschiedliche Fragen:

  • Domainregistrierung: Wer verwaltet die Domain, wann wurde sie registriert, wann läuft sie ab und welchen Status besitzt sie?
  • DNS-Auflösung: Welche IP-Adresse oder welche anderen DNS-Einträge liefert die Domain?
  • Webhosting: Auf welchem Server oder bei welchem Dienst läuft eine Website?

WHOIS liefert vor allem Informationen zur Registrierung. Es beweist nicht, welcher einzelne Webserver eine Website ausliefert. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach TLD, Registry, Registrar, Datenschutzdienst und geltenden Veröffentlichungsrichtlinien.

whois unter Linux installieren

Vorhandensein und Version prüfen

whois --version
whois --help
command -v whois

Wenn command -v whois keinen Pfad ausgibt oder das System meldet, dass der Befehl nicht gefunden wurde, ist das Programm wahrscheinlich nicht installiert oder nicht im PATH enthalten.

Installation nach Distribution

Für die Installation benötigst du normalerweise Administratorrechte. Das Präfix sudo führt den Paketverwaltungsbefehl mit erhöhten Rechten aus.

Debian und Ubuntu — Paketmanager: APT — sudo apt update && sudo apt install whois

Fedora, RHEL und Derivate — Paketmanager: DNF — sudo dnf install whois

Arch Linux — Paketmanager: Pacman — sudo pacman -S whois

openSUSE — Paketmanager: Zypper — sudo zypper install whois

Die konkrete Implementierung und ihre Optionen können sich je nach Distribution und Version unterscheiden. Prüfe deshalb nach der Installation die lokale Hilfe mit whois --help oder man whois.

Eine Domain abfragen

Grundsyntax

whois DOMAIN

Für eine vollständige Domain lautet ein Beispiel:

whois example.org

Verwende dabei nur den Domainnamen. Eine URL mit Protokoll und Pfad ist falsch:

# Falsch: URL statt Domain
whois https://example.org/kontakt

# Richtig
whois example.org

Die Ausgabe enthält häufig einen rechtlichen oder nutzungsbezogenen Hinweis, danach Registrierungsfelder und gegebenenfalls einen Verweis auf einen weiteren WHOIS-Server. Feldnamen, Reihenfolge und Detailgrad sind nicht einheitlich.

Beispiel: relevante Felder schneller finden

whois example.org | grep -Ei 'registrar|name server|creation|updated|expir|status|abuse'

Das ist nur eine praktische Filterung der Textausgabe. Feldnamen unterscheiden sich je nach Registry und Registrar. Ein fehlender Treffer beweist daher nicht, dass eine Information nicht vorhanden ist.

Wichtige WHOIS-Felder verstehen

Registrar — Unternehmen, über das die Domain registriert und verwaltet wird. — Registrar und Registry nicht verwechseln. — Name oder Schreibweise kann je nach Server variieren.

Registry — Stelle, die die Daten einer TLD verwaltet. — Sie ist für die TLD zuständig, nicht notwendigerweise dein Vertragspartner. — Manche Antworten verweisen nur auf den zuständigen Registry-Server.

Nameserver — Autoritative DNS-Server, die DNS-Daten der Domain veröffentlichen. — Mit der aktuellen DNS-Delegation vergleichen. — WHOIS- und DNS-Daten können zeitlich oder formal abweichen.

Creation Date — Zeitpunkt der Registrierung oder Anlage des Datensatzes. — Das Datum kann sich auf den aktuellen Registrierungsdatensatz beziehen. — Format und Zeitzone sind nicht einheitlich.

Updated Date — Zeitpunkt der letzten Aktualisierung des Datensatzes. — Eine Änderung bedeutet nicht zwingend eine Änderung der Website. — Manche Systeme führen mehrere Aktualisierungsdaten.

Expiration Date — Ablaufzeitpunkt der Registrierung, sofern ausgegeben. — Bei eigener Domain rechtzeitig beim Registrar prüfen. — Verlängerung, Löschung und Grace-Perioden sind TLD-spezifisch.

Domain Status — Statuskennzeichen wie Sperren gegen Transfer oder Änderungen. — Auf Transfer-, Update- oder Delete-Sperren achten. — Codes und Auswirkungen hängen von Registry und Registrar ab.

Registrant, Admin, Technical und Billing — Inhaber sowie administrative, technische und abrechnungsbezogene Kontakte. — Sichtbarkeit ist nicht garantiert. — Daten können redigiert, durch einen Privacy-Dienst ersetzt oder veraltet sein.

Abuse Contact — Kontaktweg für Meldungen zu Phishing, Spam, Malware oder anderem Missbrauch. — Für Sicherheits- und Missbrauchsmeldungen den vorgesehenen Weg nutzen. — Zuständigkeit und Antwortprozess unterscheiden sich.

Referral Server — Verweis auf einen weiteren WHOIS-Server. — Eine zweite Abfrage kann nötig sein. — Der erste Server liefert möglicherweise nur eine Weiterleitung oder Basisdaten.

Domainstatus richtig einordnen

Ein Domainstatus beschreibt Einschränkungen oder den aktuellen Registrierungszustand. Eine Transfer-Sperre kann beispielsweise verhindern, dass die Domain zu einem anderen Registrar übertragen wird. Eine Update-Sperre kann Änderungen bestimmter Registrierungsdaten blockieren. Statuscodes sind keine allgemeine Aussage über die Erreichbarkeit einer Website.

Nützliche whois-Optionen

-H — Umfangreiche rechtliche und Nutzungshinweise unterdrücken. — whois -H example.org — Die fachlichen Felder bleiben relevant; die Wirkung kann serverabhängig sein.

-h SERVER — Einen bestimmten WHOIS-Server verwenden. — whois -h whois.iana.org example — Die Antwort kann auf einen zuständigen Server verweisen.

-p PORT — Einen alternativen Port verwenden. — whois -p 43 example.org — Nur einsetzen, wenn der Server diesen Port unterstützt; der Standard ist häufig 43.

-I — Die Eingabe ausdrücklich als IP-Adresse behandeln. — whois -I 198.51.100.25 — Nützlich, wenn die automatische Erkennung nicht wie erwartet arbeitet.

-i ATTRIBUT — Eine inverse Abfrage nach einem Attribut versuchen. — whois -i org Beispiel — Die Unterstützung durch WHOIS-Server ist stark eingeschränkt.

-v — Ausführlichere Ausgaben des Clients anfordern. — whois -v example.org — Nicht jede Implementierung oder Serverantwort nutzt diese Option gleich.

Die verfügbaren Optionen hängen von der installierten whois-Implementierung ab. Bei Fehlern zuerst whois --help und man whois prüfen.

WHOIS-Abfragen für IP-Adressen und Netze

Du kannst eine IPv4- oder IPv6-Adresse statt einer Domain übergeben:

whois 198.51.100.25
whois -I 2001:db8::25

Für IP-Adressräume sind regionale Internet-Registries (RIRs) zuständig. Dazu gehören RIPE, ARIN, APNIC, LACNIC und AFRINIC. Sie verwalten und verteilen Adressbereiche an Organisationen und Provider.

Typische Felder einer Netzantwort sind:

  • netname: Bezeichnung des registrierten Netzes.
  • CIDR: Netzbereich mit Präfixlänge, zum Beispiel 198.51.100.0/24.
  • country: Länderkennung des Eintrags, nicht zwingend der Standort jedes Servers.
  • origin: gegebenenfalls eine autonome Systemnummer, die den angekündigten Ursprung eines Netzes beschreibt.
  • abuse contact: Kontakt für Missbrauchsmeldungen.

Der eingetragene Netzinhaber ist nicht automatisch der Betreiber eines einzelnen Dienstes. Provider können Adressräume an Kunden weiterdelegieren, und ein Dienst kann hinter Hosting-, CDN- oder Proxy-Infrastruktur liegen.

Praktische Abfragebeispiele

Registrierungsdaten einer Domain prüfen

whois example.org
  • Registrar und gegebenenfalls Registry identifizieren.
  • Nameserver mit der DNS-Konfiguration vergleichen.
  • Statuscodes sowie Registrierungs- und Ablaufdaten prüfen.
  • Sichtbare Kontaktdaten als möglicherweise redigiert oder unvollständig behandeln.

Rechtliche Hinweise ausblenden

whois -H example.org

Damit lässt sich die Ausgabe für eine manuelle Analyse verkürzen. Welche Hinweise entfernt werden, bestimmt die lokale Implementierung.

Einen bestimmten Server abfragen

whois -h whois.iana.org example

Die Antwort kann den zuständigen Registry-Server nennen. Für vollständige Daten ist anschließend möglicherweise eine weitere Abfrage erforderlich.

WHOIS mit DNS vergleichen

dig NS example.org +short

dig fragt DNS ab und zeigt hier die aktuell delegierten Nameserver. WHOIS beschreibt dagegen Registrierungsdaten. Beide Antworten können unterschiedlich formatiert sein oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten aktualisiert worden sein.

Datenschutz, Genauigkeit und verantwortungsvolle Nutzung

Viele Registries veröffentlichen Kontaktdaten nur eingeschränkt. Namen und Adressen können redigiert sein oder durch einen Privacy- beziehungsweise Proxy-Dienst ersetzt werden. Auch sichtbare Daten können unvollständig, veraltet oder nicht verifiziert sein.

Eine sichtbare E-Mail-Adresse oder ein Organisationsname ist deshalb kein sicherer Beweis für die Identität einer bestimmten natürlichen Person. Ziehe aus fehlenden oder anonymisierten Daten keine persönlichen Rückschlüsse.

WHOIS-Server können Anfragen begrenzen, blockieren oder nur unter bestimmten Nutzungsbedingungen zulassen. Wiederhole Abfragen nicht automatisiert in hoher Frequenz, beachte die Bedingungen des jeweiligen Dienstes und verwende offizielle Kontaktwege.

Legitime Einsatzfälle sind unter anderem:

  • Verwaltung eigener Domains und Kontrolle von Ablaufdaten.
  • Technische Fehleranalyse bei Registrar-, DNS- oder Delegationsänderungen.
  • Prüfung eines zuständigen Abuse-Kontakts.
  • Meldung von Phishing, Spam, Malware oder anderen Sicherheitsvorfällen.

WHOIS und RDAP

RDAP steht für Registration Data Access Protocol. Es ist ein moderner, standardisierter Zugriff auf Registrierungsdaten und liefert strukturierte Antworten, typischerweise im JSON-Format. Dadurch lassen sich Felder maschinell zuverlässiger verarbeiten als bei frei formatiertem WHOIS-Text.

Viele Registries stellen WHOIS weiterhin bereit, RDAP wird jedoch zunehmend wichtig. Wenn WHOIS keine Daten liefert oder die Ausgabe uneinheitlich ist, kann eine RDAP-Abfrage eine bessere Quelle sein:

curl -s https://rdap.org/domain/example.org

whois — Registrierungs- oder Zuteilungsdaten — meist unstrukturiertes Textformat — schnelle manuelle Terminalabfrage.

RDAP — Registrierungsdaten mit standardisierterem Zugriff — strukturiertes JSON — automatisierte Auswertung und konsistentere Feldverarbeitung.

dig — DNS-Einträge und DNS-Antworten — strukturierte DNS-Textausgabe — gezielte DNS-Diagnose.

host — DNS-Auflösung und einfache Eintragstests — kompakte Textausgabe — schnelle Namens- und Adressprüfung.

nslookup — DNS-Abfragen — interaktive oder textbasierte Ausgabe — älteres, weiterhin verbreitetes DNS-Werkzeug.

Abgrenzung zu anderen Netzwerkwerkzeugen

  • dig, host und nslookup untersuchen DNS-Einträge, nicht primär Registrierungsdaten.
  • curl kann RDAP-Endpunkte oder andere HTTP-Dienste abfragen.
  • Ein Browser kann webbasierte RDAP- oder Registry-Schnittstellen nutzen.
  • ping prüft typischerweise Erreichbarkeit per ICMP und beschreibt keine Domainregistrierung.
  • traceroute untersucht den Netzwerkpfad zu einem Ziel.
  • tcpdump zeichnet Netzwerkpakete zur detaillierten Verkehrsanalyse auf.

Fehlerbehebung

Der Befehl ist nicht vorhanden

  • Mit command -v whois prüfen, ob ein ausführbares Programm gefunden wird.
  • Das passende Paket über die Distribution installieren.
  • Bei einem ungewöhnlichen Installationspfad die PATH-Konfiguration prüfen oder ein neues Terminal öffnen.

Keine Daten oder nur ein knapper Hinweis

  • Nur einen Domainnamen oder eine IP-Adresse verwenden, ohne URL-Schema, Port und Pfad.
  • Die Ausgabe auf einen Referral-Server prüfen.
  • RDAP als alternative Quelle testen.
  • Rate Limits und Nutzungsbedingungen beachten.

Inhaber- oder Adressdaten fehlen

Ursachen können Datenschutzredaktion, ein Privacy- oder Proxy-Dienst sowie TLD-spezifische Regeln sein. Werte stattdessen Registrar, Abuse-Kontakt und Statusdaten aus. Bei einem legitimen Anliegen nutze die offiziellen Kontaktwege des Registrars oder der Registry.

WHOIS- und DNS-Nameserver unterscheiden sich

  • Mit dig NS example.org +short die aktuelle DNS-Delegation prüfen.
  • Zeitstempel im WHOIS-Ergebnis betrachten.
  • Bei einer eigenen Domain Registrar- und DNS-Verwaltung kontrollieren.
  • Formatierung und Groß-/Kleinschreibung nicht als echten Unterschied bewerten.

Verbindung wird abgelehnt oder Rate Limits erscheinen

Reduziere die Abfragefrequenz und prüfe Netzwerk-, Proxy- und Firewall-Einstellungen. Nutze bei Bedarf die offizielle RDAP- oder Webschnittstelle der zuständigen Registry.

Eine Option funktioniert nicht

Prüfe die lokale Version mit whois --version sowie die Hilfe mit whois --help. Optionen können zwischen Implementierungen variieren; außerdem muss der entfernte Server die gewünschte Abfrage unterstützen. Als Alternative kommt RDAP infrage.

Prüfungshinweise

  • WHOIS liefert Registrierungsdaten, DNS-Werkzeuge liefern DNS-Daten.
  • Registry und Registrar sind unterschiedliche Rollen.
  • Nameserver sind autoritative DNS-Server, aber kein Beweis für den Webhosting-Betreiber.
  • Creation, Updated und Expiration Date beschreiben unterschiedliche Zeitpunkte.
  • Domainstatus können Transfer- oder Änderungssperren anzeigen.
  • WHOIS-Daten können redigiert, veraltet oder unvollständig sein.
  • RDAP liefert strukturierte Registrierungsdaten und ist eine wichtige Alternative zu WHOIS.

Weiterführend: whois unter Linux.