VMware ESXi and vSphere Cluster Management
JOIN-Befehl: Laufwerke und Verzeichnisse unter MS-DOS verbinden
Der DOS-Befehl JOIN macht ein vorhandenes Verzeichnis unter einem freien Laufwerksbuchstaben erreichbar. Syntax, Beispiele, Einschränkungen und Vergleich zu SUBST.
Der DOS-Befehl JOIN ordnet ein vorhandenes Verzeichnis einem zusätzlichen, freien Laufwerksbuchstaben zu. Dadurch kann beispielsweise C:\\PROJEKTE\\ALT zusätzlich über P: erreichbar sein.
JOIN verschiebt und kopiert keine Dateien. Es verändert lediglich den Zugriffsweg auf ein Verzeichnis. Der Befehl ist ein historisches DOS-Werkzeug und darf nicht mit einem SQL-JOIN zum Verbinden von Datenbanktabellen oder mit dem modernen Windows-Befehl mklink gleichgesetzt werden.
Voraussetzungen
Für eine JOIN-Zuordnung benötigen Sie ein vorhandenes Quellverzeichnis und einen freien Ziel-Laufwerksbuchstaben.
- Quellverzeichnis: Das vorhandene Verzeichnis, dessen Inhalt erreichbar gemacht werden soll.
- Ziel-Laufwerk: Der freie Laufwerksbuchstabe, der auf das Quellverzeichnis verweist, zum Beispiel
P:. - Pfad: Die vollständige Adressangabe des Quellverzeichnisses.
Der Zielbuchstabe darf vor dem JOIN nicht bereits einem physischen Laufwerk, einer Partition, einem Netzlaufwerk, einer SUBST-Zuordnung oder einer anderen JOIN-Zuordnung zugewiesen sein. Außerdem müssen die verwendete DOS-Umgebung, das Dateisystem und das Laufwerk JOIN unterstützen.
Grundprinzip von JOIN
Eine JOIN-Zuordnung verbindet einen Ziel-Laufwerksbuchstaben mit einem Verzeichnis auf einem Quelllaufwerk. Vorher könnte die Struktur so aussehen:
C:\\PROJEKTE\\ALT\\DATEI.TXT
Nach dem folgenden Befehl:
JOIN P: C:\\PROJEKTE\\ALT
ist derselbe Inhalt zusätzlich über diesen Pfad erreichbar:
P:\\DATEI.TXT
C:\\PROJEKTE\\ALT\\DATEI.TXT und P:\\DATEI.TXT führen dabei auf denselben Datenbestand. JOIN erzeugt keine zweite Datei und legt keine Kopie an. Änderungen über einen der beiden Zugriffswege wirken sich deshalb auf denselben Inhalt aus.
Das kann hilfreich sein, wenn ein älteres Programm einen festen Laufwerksbuchstaben erwartet. Ein Programm, das seine Daten zwingend unter D: sucht, kann auf diese Weise vorübergehend mit einem passenden Verzeichnis verbunden werden, sofern D: frei ist und die Umgebung JOIN unterstützt.
Syntax des JOIN-Befehls
| Befehlsschema | Zweck | Wirkung |
|---|---|---|
JOIN Laufwerk: Pfad | Eine Zuordnung erstellen | Der Zielbuchstabe verweist auf das angegebene Quellverzeichnis. |
JOIN Laufwerk: /D | Eine einzelne Zuordnung aufheben | Die JOIN-Zuordnung für den angegebenen Zielbuchstaben wird entfernt. |
JOIN | Zuordnungen anzeigen | Die vorhandenen JOIN-Verknüpfungen werden aufgelistet. |
Die Bestandteile
Laufwerk:: Der Ziel-Laufwerksbuchstabe, beispielsweiseP:. Er muss frei sein.Pfad: Der Pfad zum vorhandenen Quellverzeichnis, beispielsweiseC:\\PROJEKTE\\ALT./D: Die Option zum Aufheben einer bestehenden Zuordnung. Sie wird zusammen mit dem Zielbuchstaben verwendet.
Eine JOIN-Verknüpfung erstellen
- Quellverzeichnis auswählen: Legen Sie fest, welches vorhandene Verzeichnis bereitgestellt werden soll. Verwenden Sie möglichst einen eindeutigen absoluten Pfad.
- Verzeichnis prüfen: Kontrollieren Sie, ob der Pfad existiert, zum Beispiel mit
DIRoderCD. - Zielbuchstaben prüfen: Stellen Sie fest, ob der gewünschte Buchstabe bereits belegt ist. Berücksichtigen Sie dabei lokale Laufwerke, Netzlaufwerke, SUBST- und JOIN-Zuordnungen.
- Befehl ausführen: Geben Sie den Befehl mit Zielbuchstabe und Quellpfad ein.
- Ergebnis kontrollieren: Greifen Sie über den neuen Buchstaben auf das Verzeichnis zu.
Beispiel: Das Verzeichnis C:\\PROJEKTE\\ALT soll unter P: erreichbar sein.
JOIN P: C:\\PROJEKTE\\ALT
Prüfen Sie anschließend den Inhalt:
DIR P:
Zeigt DIR P: die Dateien aus C:\\PROJEKTE\\ALT, ist der zusätzliche Zugriffsweg wirksam. Die Quelldateien bleiben an ihrem ursprünglichen Ort.
JOIN-Zuordnungen anzeigen und entfernen
Bestehende Zuordnungen anzeigen
Führen Sie JOIN ohne weitere Argumente aus:
JOIN
Die Ausgabe dient dazu, den aktuellen Zustand vor Änderungen zu erfassen. Notieren Sie Zielbuchstaben und zugehörige Quellpfade, bevor Sie eine bestehende Umgebung verändern.
Eine einzelne Zuordnung entfernen
Zum Aufheben der Zuordnung für P: verwenden Sie:
JOIN P: /D
Dadurch wird nur die JOIN-Zuordnung entfernt. Die Dateien im Quellverzeichnis C:\\PROJEKTE\\ALT werden nicht gelöscht und nicht verschoben. Prüfen Sie danach mit JOIN und einer Laufwerksprüfung, ob der Buchstabe wieder frei ist.
Vorsichtiger und sicherer Einsatz
- Dokumentieren Sie die vorhandene Laufwerksbelegung und die Ausgabe von
JOIN, bevor Sie Änderungen vornehmen. - Testen Sie die Zuordnung zunächst in einer geeigneten Testumgebung und nicht direkt mit produktiven Daten.
- Prüfen Sie Laufwerksbuchstaben und Pfade sorgfältig. Ein Tippfehler kann dazu führen, dass ein Programm auf ein unerwartetes Verzeichnis zugreift.
- Kontrollieren Sie nach dem Einrichten den Inhalt über den Zielbuchstaben, etwa mit
DIR P:. - Planen Sie den Rückbau ein: Entfernen Sie die Zuordnung nach dem Test oder Arbeitsschritt mit
/D, wenn sie nicht mehr benötigt wird. - Beachten Sie Zugriffsrechte, Laufwerksverfügbarkeit und die Kompatibilität der konkreten DOS-Umgebung.
Voraussetzungen und Einschränkungen
JOIN bezieht sich auf DOS-Umgebungen und passende Laufwerks- und Dateisystemkonstellationen. Nicht jede Kommandozeile, jedes Dateisystem oder jedes Laufwerk unterstützt den Befehl in gleicher Weise.
- Netzlaufwerke können abhängig von DOS-Version, Netzwerktreiber und Zugriffsart eingeschränkt sein.
- Wechselmedien können problematisch sein, wenn sie entfernt, ausgetauscht oder nicht dauerhaft verfügbar sind.
- Ein bereits zugeordneter Zielbuchstabe kann nicht erneut für JOIN verwendet werden.
- Moderne Windows-Systeme stellen JOIN möglicherweise nicht bereit. Eine Eingabeaufforderung mit ähnlicher Syntax bedeutet nicht automatisch, dass der historische DOS-Befehl unterstützt wird.
- Administrative oder umgebungsspezifische Rechte können erforderlich sein. Prüfen Sie die konkrete Kompatibilität vor dem Einsatz.
Abgrenzung zu ähnlichen Mechanismen
| Mechanismus | Typische Umgebung | Verweist auf | Wichtige Eigenschaft | Geeigneter Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| JOIN | DOS und kompatible Umgebungen | Ein Verzeichnis unter einem Laufwerksbuchstaben | Historische Zuordnung eines Verzeichnisses zu einem freien Buchstaben | Ältere Programme mit festen Laufwerkspfaden |
| SUBST | DOS und Windows | Einen Pfad unter einem Laufwerksbuchstaben | Anderer Mechanismus und andere Einsatzbedingungen als JOIN | Kurze Laufwerkspfade für Arbeitsverzeichnisse |
| Netzlaufwerkszuordnung | Netzwerkfähige Betriebssysteme | Eine Freigabe auf einem Netzwerkserver | Benötigt Netzwerkverbindung und passende Berechtigungen | Zugriff auf gemeinsam bereitgestellte Netzwerkdaten |
| Symbolischer Link | Moderne Windows- und Unix-ähnliche Systeme | Datei oder Verzeichnis | Dateisystemverweis mit anderem technischen Modell | Flexible Verweise innerhalb moderner Dateisysteme |
| Junction beziehungsweise Mount Point | Moderne Windows-Systeme | Vor allem ein lokales Verzeichnis oder einen Datenträgerpfad | Windows-Dateisystemmechanismus, nicht JOIN | Lokale Verzeichnisstrukturen und Datenträger-Einbindung |
JOIN und SUBST sind nicht austauschbar: Beide können einen Pfad unter einem Laufwerksbuchstaben erreichbar machen, verwenden aber unterschiedliche Mechanismen und gelten je nach DOS- oder Windows-Umgebung unter verschiedenen Bedingungen.
JOIN und Netzlaufwerke sind ebenfalls verschieden: JOIN stellt ein lokales oder umgebungsspezifisch erreichbares Verzeichnis bereit; eine Netzlaufwerkszuordnung verbindet dagegen normalerweise einen Buchstaben mit einer Netzwerkfreigabe.
JOIN ist kein SQL-JOIN: In Datenbanken verbindet ein SQL-JOIN Datensätze aus Tabellen anhand von Beziehungen. Der DOS-Befehl JOIN arbeitet mit Laufwerksbuchstaben und Verzeichnispfaden.
Fehlerbehebung
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Prüfung | Lösung |
|---|---|---|---|
| Der gewünschte Laufwerksbuchstabe kann nicht verwendet werden. | Der Buchstabe ist bereits einem lokalen, virtuellen oder Netzwerk-Laufwerk zugeordnet. Auch SUBST oder JOIN kann ihn verwenden. | Laufwerksbelegung, JOIN und vorhandene Zuordnungen prüfen. | Einen anderen freien Buchstaben wählen oder eine nicht benötigte Zuordnung korrekt entfernen. |
| Der angegebene Pfad wird nicht gefunden. | Tippfehler, nicht vorhandenes Verzeichnis oder nicht verfügbares Quelllaufwerk. | Den Pfad mit DIR oder CD prüfen. | Den korrekten absoluten Pfad verwenden oder das fehlende Verzeichnis bereitstellen. |
| JOIN ist nicht verfügbar oder wird nicht erkannt. | Die Kommandozeilenumgebung unterstützt JOIN nicht oder es wird ein modernes System ohne diesen Befehl verwendet. | Version und Dokumentation der Umgebung prüfen. | Eine passende Umgebung verwenden oder Alternativen wie SUBST, mklink, Junctions oder Netzlaufwerkszuordnungen bewerten. |
| Ein Programm arbeitet nach der Zuordnung nicht wie erwartet. | Falscher Zielpfad, erwartete Unterverzeichnisstruktur oder Zugriffs- und Kompatibilitätsproblem. | JOIN-Ausgabe und Inhalt über den Zielbuchstaben kontrollieren. | Zuordnung entfernen und mit dem korrekten Pfad neu anlegen; zusätzlich Rechte und Medienverfügbarkeit prüfen. |
Praktisches Gesamtbeispiel
Ein älteres Programm erwartet seine Arbeitsdaten unter D:. Die Daten liegen tatsächlich in C:\\DATEN\\ALT. Zuerst prüfen Sie den Pfad und den Zielbuchstaben. Wenn D: frei ist und die Umgebung JOIN unterstützt, richten Sie die Zuordnung ein:
DIR C:\\DATEN\\ALT
JOIN D: C:\\DATEN\\ALT
DIR D:
Das Programm kann nun unter D: auf denselben Datenbestand zugreifen. Nach dem Test oder Arbeitsvorgang bauen Sie die Zuordnung wieder zurück:
JOIN D: /D
JOIN
Die letzte Ausgabe sollte die entfernte Zuordnung nicht mehr enthalten. Die Dateien bleiben weiterhin unter C:\\DATEN\\ALT vorhanden.
Prüfungsrelevante Merksätze
- JOIN macht ein vorhandenes Verzeichnis unter einem freien zusätzlichen Laufwerksbuchstaben erreichbar.
- Die allgemeine Zuordnung lautet
JOIN Laufwerk: Pfad. JOINohne Argumente zeigt bestehende JOIN-Zuordnungen an.JOIN Laufwerk: /Dhebt eine einzelne Zuordnung auf.- JOIN kopiert und verschiebt keine Dateien.
- Der Zielbuchstabe muss frei sein.
- JOIN ist ein historischer DOS-Befehl und nicht dasselbe wie SUBST, ein Netzlaufwerk, ein symbolischer Link, eine Junction, ein Mount Point,
mklinkoder ein SQL-JOIN.
Für verwandte Grundlagen können Sie auch den JOIN-Befehl im Überblick als Referenz verwenden.