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Grundlegende Linux-Befehle: ls, pwd, mkdir, echo, whoami und cd

Linux-Befehle für Einsteiger: Terminal öffnen, mit pwd und ls orientieren, Verzeichnisse mit mkdir erstellen, mit cd navigieren sowie echo, whoami und man verwenden.

Linux-Kommandozeile: Grundlagen

Das Terminal ist eine textbasierte Umgebung, in der du Linux durch Eingaben steuerst. Statt Dateien und Ordner ausschließlich mit einer grafischen Oberfläche anzuklicken, gibst du Befehle ein und bestätigst sie mit Enter.

Die Shell ist der Kommandointerpreter, der deine Eingabe verarbeitet. Ein Befehl ist ein Programm oder eine Shell-Funktion für eine bestimmte Aufgabe. Zusätzliche Angaben nach dem Befehl heißen Argumente. Ein Argument kann beispielsweise ein Datei- oder Verzeichnisname sein. Eine Option verändert das Verhalten eines Befehls und beginnt häufig mit einem Bindestrich.

ls -l dokumente
  • ls ist der Befehl.
  • -l ist eine Option für eine ausführliche Darstellung.
  • dokumente ist ein Argument und bezeichnet ein Verzeichnis.

Befehle wirken normalerweise im aktuellen Arbeitsverzeichnis, sofern du keinen anderen Pfad angibst. Linux unterscheidet außerdem zwischen Groß- und Kleinschreibung: Notizen, notizen und NOTIZEN können drei verschiedene Namen sein.

Terminal unter Ubuntu öffnen

Unter Ubuntu kannst du das Terminal typischerweise über die Anwendungsübersicht öffnen und nach „Terminal“ suchen. Je nach Ubuntu-Version und Tastaturbelegung funktioniert außerdem das Tastenkürzel Strg+Alt+T.

Nach dem Öffnen erscheint eine Eingabeaufforderung, auch Prompt genannt. Dort blinkt der Cursor und wartet auf deine Eingabe. Die genaue Darstellung des Prompts unterscheidet sich je nach Benutzerkonto und Shell.

Arbeitsverzeichnis und Pfade

Das aktuelle Arbeitsverzeichnis ist der Ordner, in dem die Shell momentan arbeitet. Viele Befehle verwenden diesen Ordner automatisch als Ausgangspunkt.

Ein Pfad beschreibt den Speicherort einer Datei oder eines Verzeichnisses. Das Wurzelverzeichnis ist die oberste Ebene des Linux-Dateisystems und wird durch / dargestellt. Das persönliche Home-Verzeichnis enthält die Dateien und Ordner eines Benutzers. Es liegt häufig unter /home/benutzername.

Absolute und relative Pfade

Ein absoluter Pfad beginnt am Wurzelverzeichnis. Er beschreibt den vollständigen Weg unabhängig vom aktuellen Standort:

/home/alex/projekt/notizen

Ein relativer Pfad geht vom aktuellen Arbeitsverzeichnis aus:

projekt/notizen

Die Schreibweise . bezeichnet das aktuelle Verzeichnis. .. bezeichnet das übergeordnete Verzeichnis. Eine Tilde, ~, steht üblicherweise für das Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers.

NotationBedeutungBeispiel für cd
.Aktuelles Verzeichniscd .
..Übergeordnetes Verzeichniscd ..
/Wurzelverzeichniscd /
~Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzerscd ~
Relativer PfadPfad ab dem aktuellen Arbeitsverzeichniscd projekt
Absoluter PfadVollständiger Pfad ab /cd /home/alex/projekt

Verzeichnisinhalte mit ls anzeigen

Mit ls listest du den Inhalt eines Verzeichnisses auf. Ohne Argument zeigt der Befehl die sichtbaren Einträge im aktuellen Arbeitsverzeichnis an.

ls

Du kannst auch ein bestimmtes Verzeichnis angeben. Dein Arbeitsverzeichnis ändert sich dadurch nicht:

ls /home/alex/projekt

Mit der Option -l zeigt ls eine ausführliche Liste an. Sie enthält unter anderem Dateityp, Berechtigungen, Eigentümer, Größe und Änderungszeit. Die Option -a zeigt zusätzlich versteckte Einträge an. Solche Namen beginnen typischerweise mit einem Punkt, zum Beispiel .config.

ls -l
ls -a
ls -la
BefehlOptionWirkungBeispiel
lsKeineSichtbare Einträge auflistenls
ls-lAusführliche Darstellungls -l
ls-aVersteckte Einträge einblendenls -a
mkdir-pFehlende übergeordnete Verzeichnisse mit anlegenmkdir -p projekt/notizen

Aktuellen Pfad mit pwd prüfen

pwd steht für „print working directory“. Der Befehl gibt den vollständigen Pfad des aktuellen Arbeitsverzeichnisses aus.

pwd

Die Ausgabe kann beispielsweise so aussehen:

/home/alex

Besonders beim Lernen und vor Änderungen ist pwd hilfreich. Mit cd wechselst du den Standort, mit pwd kontrollierst du ihn und mit ls siehst du den Inhalt.

pwd
ls
cd projekt
pwd
ls

Verzeichnisse mit mkdir erstellen

mkdir steht für „make directory“ und erstellt ein neues Verzeichnis. Der Name wird als Argument angegeben. Ohne absoluten Pfad entsteht der Ordner im aktuellen Arbeitsverzeichnis.

mkdir my_folder
ls

Ein Verzeichnis kannst du auch über einen Pfad anlegen:

mkdir /home/alex/projekt

Wenn mehrere Verzeichnisebenen noch nicht existieren, verwendest du die Option -p. Dadurch werden fehlende übergeordnete Ordner ebenfalls erstellt.

mkdir -p projekt/notizen

Anschließend kannst du das Ergebnis mit ls überprüfen:

ls
ls projekt

Text mit echo ausgeben

echo gibt Text oder einfache Informationen im Terminal aus. Eine einfache Zeichenfolge kann ohne Anführungszeichen geschrieben werden:

echo Hallo

Enthält der Text Leerzeichen, setzt du ihn am besten in Anführungszeichen. So wird die gesamte Zeichenfolge als zusammengehöriger Text behandelt.

echo "Hallo Linux"
echo "Das ist ein Test"

echo eignet sich für kurze Testausgaben und zum Prüfen, ob eine Eingabe so interpretiert wird, wie du es erwartest. Sonderzeichen können von der Shell verarbeitet werden; beginne bei Tests deshalb mit einfachen Texten.

Aktuellen Benutzer mit whoami anzeigen

whoami gibt den Namen des aktuell verwendeten Linux-Benutzerkontos aus.

whoami

Der ausgegebene Name ist wichtig, weil Benutzerkonten mit bestimmten Berechtigungen arbeiten und Dateien oder Verzeichnisse besitzen können. Der Benutzername ist nicht automatisch der Name deines aktuellen Verzeichnisses. Das Home-Verzeichnis enthält häufig den Benutzernamen, muss aber nicht danach benannt sein.

Mit cd Verzeichnisse wechseln

cd steht für „change directory“ und ändert das aktuelle Arbeitsverzeichnis. Die Grundsyntax lautet:

cd VERZEICHNIS

In ein Unterverzeichnis wechseln

Existiert im aktuellen Verzeichnis ein Ordner namens my_folder, wechselst du mit folgendem Befehl hinein:

cd my_folder
pwd

Mit einem absoluten Pfad ist der Wechsel unabhängig vom bisherigen Standort möglich:

cd /home/alex/projekt
pwd

Mit .. gehst du eine Ebene nach oben:

cd ..

Ein Aufruf von cd ohne Argument bringt dich in das Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers zurück. Gleichwertig ist meist cd ~.

cd
pwd
ls

Zusammenhängendes Übungsbeispiel

Die folgende Sitzung erstellt ein Verzeichnis, prüft dessen Existenz, wechselt hinein und kontrolliert anschließend den neuen Standort:

mkdir my_folder
ls
cd my_folder
pwd

Für mehrere Ebenen kannst du direkt eine verschachtelte Struktur anlegen:

cd
mkdir -p projekt/notizen
cd projekt/notizen
pwd

Wichtige Befehle im Überblick

BefehlZweckGrundsyntaxTypisches Beispiel
lsVerzeichnisinhalte auflistenls [OPTION] [PFAD]ls -la
pwdAktuellen Arbeitsordner ausgebenpwdpwd
mkdirVerzeichnis erstellenmkdir [OPTION] NAMEmkdir my_folder
echoText ausgebenecho TEXTecho "Hallo Linux"
whoamiAktuellen Benutzernamen anzeigenwhoamiwhoami
cdArbeitsverzeichnis wechselncd [PFAD]cd ..
manLokale Handbuchseite öffnenman BEFEHLman ls

Befehle mit Man-Pages nachschlagen

Eine Man-Page ist eine lokale Handbuchseite mit Beschreibung, Syntax und Optionen eines Befehls. Du öffnest sie mit man und dem Befehlsnamen:

man ls
man mkdir

Man-Pages werden normalerweise in einem Textbetrachter angezeigt. Mit den Pfeiltasten oder Page Up und Page Down bewegst du dich durch den Text. Mit einem Schrägstrich leitest du eine Suche ein, zum Beispiel /recursive. Mit n springst du zum nächsten Treffer. Mit q beendest du die Ansicht.

Die Handbuchseiten sind eine zuverlässige lokale Referenz, wenn du die genaue Syntax oder weitere Optionen eines Befehls benötigst.

Sicheres Üben und typische Eingaberegeln

  • Lies den vollständigen Befehl, bevor du Enter drückst.
  • Trenne den Befehl, Optionen und Argumente durch Leerzeichen.
  • Vermeide Namen mit Leerzeichen. Falls sie notwendig sind, setze den Namen in Anführungszeichen, zum Beispiel cd "Mein Ordner".
  • Prüfe vor Änderungen mit pwd deinen Standort und mit ls den vorhandenen Inhalt.
  • Achte exakt auf Groß- und Kleinschreibung.
  • Arbeite zum Üben vorzugsweise im Home-Verzeichnis und nicht in geschützten Systempfaden.

Fehlermeldungen verstehen

Fehlermeldungen sind Hinweise auf die Ursache eines Problems. Wenn cd meldet, dass ein Verzeichnis nicht existiert, prüfe mit pwd, wo du bist, und mit ls, welche Namen tatsächlich vorhanden sind. Häufig sind Schreibfehler, falsche Groß- und Kleinschreibung oder ein unvollständiger Pfad die Ursache.

Meldet mkdir, dass ein Verzeichnis bereits existiert, ist der Name schon vergeben. Kontrolliere dies mit ls, wähle einen anderen Namen oder verwende bei einer verschachtelten Struktur gegebenenfalls mkdir -p.

Bei „Permission denied“ fehlen im Zielverzeichnis die Schreibrechte. Prüfe den aktuellen Pfad und arbeite in einem persönlichen Verzeichnis. Geschützte Systempfade solltest du nicht ohne Verständnis der Berechtigungen verändern.

Zeigt ls weniger Einträge als erwartet, können die fehlenden Einträge versteckt sein. Verwende pwd und anschließend ls -a.

Wenn echo Text mit Leerzeichen unerwartet behandelt, setze die gesamte Zeichenfolge in Anführungszeichen. Sonderzeichen können von der Shell interpretiert werden.

Falls sich eine Man-Page nicht wie eine normale Eingabe schließen lässt, drücke q. Mit /Suchbegriff suchst du innerhalb der Seite und mit n gehst du zum nächsten Treffer.

Übung: Orientierung, Erstellung und Navigation

  1. Öffne ein Terminal.
  2. Prüfe mit pwd das aktuelle Arbeitsverzeichnis.
  3. Zeige mit ls und ls -l den Inhalt an.
  4. Erstelle mit mkdir my_folder einen Übungsordner.
  5. Kontrolliere ihn mit ls.
  6. Wechsle mit cd my_folder hinein und prüfe den Standort mit pwd.
  7. Gehe mit cd .. zurück und danach mit cd ins Home-Verzeichnis.
  8. Gib mit echo "Hallo Linux" eine Nachricht und mit whoami den Benutzernamen aus.
  9. Schlage anschließend mit man mkdir die Dokumentation nach und beende sie mit q.

Eine vertiefende Zusammenfassung findest du unter Grundlegende Linux-Befehle.